Die Warnung kam zwei Tage vor der Abreise per Mail: Wer ohne gültigen Ausweis vom Euro-Airport abfliegen will, der werde nicht zu seiner Reise zugelassen.

Bei allen Flügen von und nach Basel werden Grenzkontrollen eingeführt – auch bei Flügen zwischen Schengen-Staaten. Die Anschläge in Paris würden diese strengeren Sicherheitsmassnahmen bedingen.

Nun hat mich dieses Mail nicht wirklich überrascht oder ins Schleudern gebracht, weil es, denke ich, normal ist, einen Ausweis bei sich zu haben, wenn man das Land verlässt. Was aber dann passierte, verwunderte mich. Bis ich im EasyjetFlieger sass, musste ich nicht ein einziges Mal meine Identitätskarte zücken. Genauso wenig mein Bruder und meine Mutter.

Dass in Basel nicht speziell streng kontrolliert wird, ist ja kein Geheimnis. So habe ich dann erwartet, dass ich in Berlin, wo ich bei meiner letzten Abreise meine ID gefühlte 15-mal zeigen musste, öfters kontrolliert werde.

Und tatsächlich: Kaum im Terminal angekommen, absolvierte ich den Sicherheitscheck – und wurde prompt für eine Sprengstoff-Stichprobe rausgezogen.

Ein, zwei kleine Abstriche von meinen Kleidern und meinem Koffer, das wars. Aber auch hier wieder: Meine ID wollte die Dame nicht sehen. Auch die Dame beim Gate nicht. Auch nicht die Stewardess im Flugzeug. Niemand.

Nicht dass mein Bild darauf so toll wäre, dass ich es unbedingt der ganzen Welt zeigen will. Aber strengere Sicherheitsmassnahmen habe ich mir anstrengender vorgestellt. Am Ende musste ich meine ID dann aber doch noch zeigen: bei der Wiedereinreise in die Schweiz.

 celine.feller@azmedien.ch