Krankenkassenprämien

Schwarze Liste birgt zu starke Nebenwirkungen

Die schwarze Liste ist im Kanton Aargau umstritten.

Die schwarze Liste ist im Kanton Aargau umstritten.

Der Aargau führt wie acht andere Kantone eine schwarze Liste säumiger Prämienzahler. Die Politik will damit den Druck auf diejenigen erhöhen, die die Prämien zahlen könnten, es aber nicht tun. Wer auf der Liste steht, hat nur Anspruch auf Notfallbehandlung. Das scheint klar, ist es aber in der Praxis nicht. Das zeigen aktuelle Fälle aus den Kantonsspitälern, über welche die AZ am Freitag berichtet. Noch steht keineswegs fest, ob das Medikament «schwarze Liste» wirkt. Es verursacht aber heftige Nebenwirkungen.

Zwar zahlen Krankenkassen Notfallbehandlungen für Patienten auf der schwarzen Liste meist anstandslos. Aber ist es nicht sehr stossend, wenn es Fälle gibt, wo eine Kasse bei einem Krebspatienten nicht zahlt? Oder wenn eine Kasse findet, eine Geburt sei kein Notfall? Hand aufs Herz: Welches Spital, welcher Arzt schickt eine Frau in dieser Situation weg? Was, wenn dann der Mutter oder dem Kind etwas passiert? Man darf nicht daran denken.

Zu solchen Fällen lässt sich sagen: Das kann nicht im Sinn des Erfinders sein. Offensichtlich wird die Notfalldefinition des Kantons unterschiedlich interpretiert. Leistungserbringern, Kassen und Kanton muss es gelingen, sich auf eine praxistaugliche Interpretation zu einigen. Sonst begegnen sich die Beteiligten wohl eines Tages vor Gericht.

Die Politik sollte aber nicht darauf warten, sondern jetzt schon überlegen, wie man solche heftigen Nebenwirkungen der schwarzen Liste mildern oder beseitigen kann.

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