Etliche Geltwiler kamen sich überfahren vor: Sie waren zu einer Orientierungsversammlung eingeladen worden, vor der der Gemeinderat seine favorisierte Lösung bereits gefasst hatte: Schulunterricht in Buttwil. Das hat die Unterschriftensammlung für die Privatschule begünstigt. Jetzt kommt es richtigerweise zur Abstimmung. Das wäre einfacher zu haben gewesen. Eine neutrale Orientierung über die Möglichkeiten und Alternativen, etwas später eine Gemeindeversammlung mit einer Empfehlung von Gemeinderat und Schulpflege. Die Bevölkerung hätte das Gefühl von echter Mitsprache gehabt.

Der Gemeinderat sieht die Lösung nicht in der Privatschule. Er wird seine Gründe haben. Klar kommuniziert sind sie allerdings nicht, höchstens andeutungsweise. Während die Gründe für den Anschluss an Buttwil bekannt und problemlos nachvollziehbar sind – öffentliche Schule zum «normalen» Preis, Postautoanbindung –, ist nicht klar, was den Gemeinderat davon abhält, das Wagnis Privatschule, das tatsächlich eines ist, einzugehen. Deshalb müssen vor der ausserordentlichen Gemeindeversammlung die Vorbehalte sowie die klare Einschätzung des Gemeinderates und auch der Schulpflege, die sich auffällig ruhig verhält, auf den Tisch. Es muss vor diesem schwergewichtigen Entscheid für die ganze Gemeinde Klartext geredet werden – was im Interesse aller Beteiligten liegt.

Was nicht passieren darf, ist eine Spaltung des Dorfes. Es gibt genauso gute Gründe für den Versuch, die Schule im Dorf zu erhalten, wie für den Anschluss an eine Nachbargemeinde mit all den Vorteilen, die eine grössere Schule Kindern auch bieten kann. Die Kleinstgemeinde Geltwil hat es bisher geschafft, auch bei Kontroversen keine Gräben entstehen zu lassen. Dieser Anspruch muss auch diesmal verfolgt werden.

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