Eines vorneweg: Der Vorschlag der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) für einen besseren Schutz älterer Arbeitslosen ist noch längst nicht ausgereift. Dieser will, dass ältere Arbeitslose nicht mehr ausgesteuert werden, sondern bis zum Rentenalter Arbeitslosengelder beziehen können. Dagegen gibt es berechtigte Einwände, etwa die fehlende Kompatibilität mit dem EU-Freizügigkeitsabkommen.

Das Skos-Modell aber einfach so als schlechte Idee abzuhaken und zur Tagesordnung des süssen Nichtstuns überzugehen, funktioniert auch nicht. Denn die Stossrichtung des Skos-Vorschlags stimmt: Ältere Arbeitslose, die jahrelang im Arbeitsmarkt geschuftet haben, bleiben über die RAV leichter vermittelbar. Noch wichtiger aber ist: Ihnen bliebe der bittere Gang zum Sozialamt erspart. Nach dem Stellenverlust ist dieser oftmals der zweite Tiefschlag, den Betroffene verkraften müssen.

Der Prüfauftrag, wonach sich Bund, Kantone und Sozialpartner vertieft mit den Ideen der Skos auseinandersetzen sollen, ist daher richtig. Das zeigt auch das positive Echo der Politik.

Vergessen wir nicht: Bisher wurden auf Konferenzen bloss Reden geschwungen, aber wenig Zählbares entschieden. Nun befassen sich die Akteure wenigstens mit den Stärken und Schwächen eines konkreten Vorschlags. Umso unverständlicher ist es, dass das Staatssekretariat für Wirtschaft die Skos-Vorschläge öffentlich scharf kritisiert, noch bevor die Arbeitsgruppe überhaupt erst getagt hat. Es scheint, als habe der Bund immer noch nicht begriffen, dass die Situation der älteren Arbeitnehmer der Bevölkerung Sorge bereitet.

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