Weisser Advent in Gerlafingen», titelten die Kollegen von der Boulevard-Presse unlängst und machten damit auf den Umstand aufmerksam, dass in einigen Solothurner Vorortsgemeinden genügend Schnee lag, um einen passablen Schneemann zu bauen – ganz im Gegensatz zum restlichen Mittelland. Die weisse Pracht war einem nicht ganz so natürlichen Wetterphänomen geschuldet. Vereinfacht gesagt entsteht dieses, wenn Kälte, Nebel und Industrie-Emissionen (zum Beispiel Wasserdampf oder Russpartikel) aufeinandertreffen. Der Meteorologe spricht vom Industrieschnee. 

Während also einige wenige Jurasüdfüssler im Schnee herumtollen, bangen Hoteliers im Alpenraum in Ermangelung dessen um ihre Gäste und ihr Image als Winterparadies. Die Lösung liegt auf der Hand: Wir brauchen eine hochalpine Schwerindustrie: Fabriken auf jede Kuhweide
über 1500 Meter, rauchende Schlote auf jede SAC-Hütte und hier und da einen AKW-Kühlturm neben der Bergbeiz – damit müsste sich genügend Industrieschnee erzeugen lassen, um den Wintertourismus vor den Folgen des Klimawandels zu bewahren.