Vor fünf Jahren landete die Hirslanden Klinik Aarau einen Riesencoup: als damals ihr langjähriger Herzchirurg, der in Aarau die Herzchirurgie aufgebaut hatte, in Pension ging, konnte sie Inselspital-Starchirurg Thierry Carrel und sein Team als Nachfolger an Land ziehen. Seither sind die Herzchirurgen Carrel und Lars Engelberger nicht mehr nur in Bern, sondern auch in Aarau tätig. Als Nächstes fanden sich die Hirslanden Klinik und das Kantonsspital Aarau (KSA) – das eine der grössten Kardiologien der Schweiz hat – zu einer Zusammenarbeit. Das war aufsehenerregend. Denn öffentliche und private Spitäler waren sich früher – nicht nur im Aargau – möglichst aus dem Weg gegangen.

Was sich da im Aargau tat, war aber ganz im Sinne des Gesetzgebers. Und es ist im Sinne der Patientinnen und Patienten, wenn zwei Top-Spitäler über ihren Schatten springen und ihr Know-how gegenseitig nutzen, um hoch spezialisierte Medizin anzubieten. Gewiss wäre es aus Patientensicht noch besser, wenn sie für eine Herzoperation nicht von einer Klinik in die andere wechseln müssten. Die Wege in Aarau sind aber kurz und eingespielt. Entscheidend ist, dass die Herzchirurgie im Aargau weiter auf höchstem Niveau angeboten werden kann. Dass es im Aargau nur einen solchen Leistungsauftrag geben kann, ist aus Kosten- und Qualitätsgründen klar. Und es gab keinen Grund, der Hirslanden Klinik den Auftrag wegzunehmen. Deshalb ist der jetzt eingeschlagene Weg mit einer Fortführung der bewährten Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Kliniken eine wahrhaft salomonische Lösung.