Kommentar

Rücktritt von Stadträtin Sandra Kohler: Laues Lüftchen statt frischer Wind

Sandra Kohler.

Sandra Kohler.

«Wähler-Verarschung»: Gewiss ein derber Ausdruck und in der Aussage arg zugespitzt. Doch nicht nur die knapp 3000 Badenerinnen und Badener, welche die damals 36-jährige Sandra Kohler im Herbst 2017 zur Badener Stadträtin wählten, dürften gestern genau das gedacht haben, als die parteilose Bauvorsteherin ihren Rücktritt nach nur knapp zweieinhalb Jahren bekannt gab.

Nun, es steht jedem Politiker frei, von seinem Amt dann zurückzutreten, wenn er dies für richtig hält. So ist es denkbar, dass eine Stadträtin, ein Stadtrat vor Ablauf einer Legislatur den Hut nimmt, weil sich die beruflichen oder familiären Verhältnisse drastisch verändert haben. Das ist aber beides bei der parteilosen Sandra Kohler nicht der Fall.

Im Gegenteil: Sie ist im Herbst 2017 mit Donner und Getöse zur Wahl angetreten. Unter dem Slogan «Wer den Neuanfang will, wählt mich» versprach sie den Badenerinnen und Baden frischen Wind. Und vor allem versprach sie den Wählern, ihnen eine Stimme als Parteilose, die «nicht aus dem Chlüngel» kommt, zu geben. Dass Kohler nach so kurzer Zeit den Bettel hinschmeisst – anders kann man es nicht ausdrücken – zeigt, dass sie vor diesem Amt nicht den Respekt hat, den man hätte erwarten dürfen.

Daran ändern auch ihre Motive nichts – egal was man von diesen hält. Die Badener Stimmbürger werden sich bei den nächsten Wahlen gut überlegen, ob sie einem Newcomer den Vorzug geben, der ihnen den Neuanfang und frischen Wind verspricht.

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