Pascal Koradi hat Wort gehalten. Er werde nicht zögern, die Konsequenzen zu ziehen, wenn seine Rolle in der Postauto- Affäre den Ruf der AKB beschädigen könnte. Dies versicherte Koradi intern von Anfang an. Am Dienstag war dieser Tag gekommen. Um die Reputation der Bank zu schützen, trete er als Direktionspräsident zurück, verkündete er.

Der ehemalige Post-Finanzchef beteuert zwar auch heute noch, «nichts von möglicherweise illegalen Machenschaften» gewusst zu haben. Doch das spielte keine entscheidende Rolle mehr. Die im Untersuchungsbericht veröffentlichten Mails, in denen sich Koradi als Post-Finanzchef über die kreative Buchhaltung bei der Postauto AG auslässt, hätten ihn als Kantonalbank-Chef immer wieder eingeholt. 

Pascal Koradi hat der Bank und dem Kanton mit seinem Rücktritt einen Dienst erwiesen. Hätte er sich weiter an seinen Sessel geklammert, wäre der Bankrat selber in die Schusslinie geraten und auf Kosten der AKB ein Polit-Theater losgetreten worden. 

Zur unglücklichen Figur wird Koradi, weil er als CEO der AKB in seiner kurzen Amtszeit vieles richtig gemacht hat: Er startete als Hoffnungsträger, erreichte den zweitbesten Gewinn der Firmengeschichte und begann den nötigen digitalen Umbau des Unternehmens. Die Chancen stehen gut, dass die Kantonalbank mit ihrem nächsten CEO mehr Glück hat. Dieter Widmer ist seit 20 Jahren im Betrieb. Unbekannte Altlasten, die unerwartet an die Oberfläche kommen könnten, sind keine zu erwarten.

Vor der Kamera äussert sich Pascal Koradi zu seinem Rücktritts-Entscheid:

Pascal Koradi: «Das Wichtigste ist das Vertrauen»

Pascal Koradi: «Das Wichtigste ist das Vertrauen»