Wimbledon-Sieg

Roger Federer ist ein unbezahlbarer Botschafter für die Schweiz

Roger Federer mal jubelnd, mal gerührt: Grossformatige Fotos des Tennis-Champions zierten nach seinem achten Wimbledon-Sieg die Titelseiten fast jeder Zeitung der Welt. Die «New York Times» zeigte ihn gleich achtmal, die deutsche «Bild» brachte ein Foto seiner Familie. Und immer heisst es: «The Swiss», «der Schweizer». Für viele Menschen rund um den Erdball ist Roger Federer der einzige Schweizer, den sie kennen. Die Schweiz, das ist für sie Federer. Und Federer ist die Schweiz.

Seine sportliche Genialität wird auch in seiner Heimat ausreichend gewürdigt, nicht aber, wie bedeutend Federer als helvetischer Image-Träger ist. Für den Tourismus ist Federer unbezahlbar. In Wimbledon sagte er: «Wer nicht weiss, was er im Sommer tun soll: Die Schweiz ist schön, sie ist der Ort, wo man hinmuss!» Solche Sätze sind mehr wert als die Millionen-Kampagnen von Schweiz Tourismus. Ebenso, wenn Federer über die sozialen Medien Bilder aus dem Appenzellerland postet und von seinem Wandererlebnis schwärmt. Dass man diesen Wert hierzulande gewaltig unterschätzt, zeigt ausgerechnet die Tourismusorganisation aus Federers Herkunftsgegend: Bei Basel Tourismus zählt er, im Gegensatz zum FCB, nicht zu den «17 Gründen, Basel zu lieben».

Der Federer-Effekt geht weit über den Fremdenverkehr hinaus. Politiker, die sich wegen Schwarzgeld, Bankenskandalen oder Minarettverbot um den Ruf der Schweiz sorgen, können beruhigt sein. Solche Negativschlagzeilen sind flüchtig. Roger Federer aber bleibt. Der Mister Perfect ist die Image-Lebensversicherung eines ganzen Landes.

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