USA

Rettet Romney die Republikaner?

Romney passt es nicht, dass Trump politische Prinzipien egal sind. Kehrt er nun nach Washington zurück?

Romney passt es nicht, dass Trump politische Prinzipien egal sind. Kehrt er nun nach Washington zurück?

Was treibt einen 70-jährigen Ex-Politiker dazu an, sich um einen Sitz im amerikanischen Senat zu bewerben, einer höchst ineffizienten Parlamentskammer? Ein ehemaliger Geschäftsmann notabene, der stets stolz auf seine lange, lukrative Karriere als Führungskraft war. Im Fall von Mitt Romney gibt es zwei Antworten auf diese Frage. Die zynische: der nackte Ehrgeiz. Romney hat es nicht überwunden, dass er 2012 die Präsidentschaftswahl gegen Barack Obama verlor. Nun will er sich noch einmal im Rampenlicht sonnen, als künftiger Vertreter des Bundesstaates Utah. Die zweite, vielversprechendere Antwort: das Pflichtgefühl. Vielleicht ist Romney tatsächlich der Meinung, dass er in Washington gebraucht wird, um die totale Zerstörung des Fundamentes zu stoppen, auf dem die Republikanische Partei erbaut wurde.

Entspricht diese Theorie der Wahrheit, dann ist ein Zusammenstoss zwischen Romney und dem Parteikollegen im Weissen Haus unvermeidlich. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Romney und Trump häufig nicht einig sind, obwohl beide aus opportunistischen Gründen immer wieder die gegenseitige Nähe suchen. Romney stört sich vor allem daran, dass Trump sich nicht einen Deut um politische Prinzipien kümmert und die Republikaner zum Sammelbecken für national-populistisches Gedankengut verkommen lässt. Romney scheint wirklich Angst vor einer Spaltung zu haben. Wenn schon nicht als Präsident, dann will er zumindest als Retter seiner Partei in die Geschichtsbücher eingehen.

 renzo.ruf@azmedien.ch

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