Die Rettungsflugwacht, allen geläufiger als Rega, ist eine der letzten typischen Institutionen des Landes, welche alles vereint, was Schweizerinnen und Schweizer schätzen: Qualität, Vertrauen, Heimat. Allein im Aargau zählt die Stiftung 260 000 Gönnerinnen und Gönner – eine eindrückliche Zahl.

Doch hier beginnt das Problem. Seit die Alpine Air Ambulance (AAA) im Aargau ebenfalls die Lizenz für Rettungsflüge hat, kommt die Rega unter Druck. Für die Patienten ist die Konkurrenzsituation grundsätzlich zwar gut, weil sich die Versorgungslage bei Rettungsflügen erweitert hat. Doch die Verunsicherung steigt, seit Fälle von Rega-Gönnern publik wurden, die nach einer Rettung ihre ungedeckten Kosten selber bezahlen mussten, weil die Rega nicht für Einsätze mit dem gelben AAA-Heli aufkommt.

Die Rega hat ein grosses Interesse daran, diese Verunsicherung einzudämmen. Dass ihr Angebot zu einer Zusammenarbeit von ihrer Konkurrentin nun kategorisch abgelehnt wird, ist ein Rückschlag für die Rega. An der abermals gescheiterten Einigung tragen beide Parteien Schuld. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es die Chefs der beiden Konkurrenten nicht sonderlich gut miteinander können. Auch Versuche des Kantons, die beiden an einen Tisch zu bringen, sind bisher gescheitert.

Die Chefs von Rega und Alpine Air Ambulance sollten endlich über ihren Schatten springen und sich auch ausserhalb des Flugbetriebs in den Dienst der Patientinnen und Patienten stellen. So kurz vor Neujahr wäre der ideale Zeitpunkt für einen solchen Vorsatz.