Kommentar

Reform der Berufsschulen: weniger Rücksicht auf die Regionen

Baden (im Bild die Berufsfachschule) wird neu eines von vier KV-Zentren im Kanton. Lenzburg Reinach und Zofingen fallen weg. (Archiv)

Das neue Standortkonzept sorgt für einen gründlichen Umbau der Aargauer Berufsschullandschaft. Der Kommentar.

Diesmal hat der Regierungsrat vieles richtig gemacht. Er hat aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre im heiklen Umgang mit den regional verankerten Berufsschulen seine Lehren gezogen. So hat er das neue Standortkonzept zu den Berufsfachschulen sorgfältig erarbeiten lassen und hat in eigener Kompetenz darüber entschieden – ohne nochmals den Grossen Rat zu konsultieren. Das erleichtert die Umsetzung der notwendigen Reform ungemein. Denn viele Grossrätinnen und Grossräte hätten sich die Chance wohl kaum entgehen lassen, bei der Debatte öffentlich zu demonstrieren, wie sehr sie sich für ihre Region und ihre Schule einsetzen.

Auch wenn die Regionenvertreter im Vorfeld wieder vor und hinter den Kulissen heftig für ihre Schulen kämpften, hat die Regierung diesmal den regionalpolitischen Argumenten deutlich weniger Beachtung geschenkt als in den früheren, gescheiterten Konzepten. Andererseits ist der Aargau weiterhin der Kanton der Regionen. So ist es sinnvoll, in einzelnen Fällen halt doch der Region etwas entgegenzukommen. Auch wenn dadurch der maximale mögliche Spareffekt reduziert wird. So bleiben die Polymechaniker in Zofingen und Rheinfelden behält sein KV.

Jetzt liegt ein Konzept vor, das die Qualität der Berufsschulen fördern kann; ein vernünftiger Kompromiss – auch wenn noch viele Fragen offenbleiben. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Stadt Lenzburg wenig begeistert ist von der Möglichkeit, nach dem Verlust des KV, ein Aussenstandort der Brugger Schule für Gesundheit zu werden.

joerg.meier@chmedia.ch

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Autor

Jörg Meier

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