Kommentar

Präsidenten-Kunst: Aber das interessiert Sie wohl nicht

Ex-Präsident George W. Bush griff für das Buch «Portraits des Mutes» zum Pinsel. (Archivbild)

Ex-Präsident George W. Bush griff für das Buch «Portraits des Mutes» zum Pinsel. (Archivbild)

Kunst von höchster Stelle in den USA macht (wieder) Schlagzeilen. Warum unsere Autorin trotzdem nicht darüber schreiben will.

Welche Geschichten kommen besonders gut an? Bei welchen blättern Sie weiter, welche lesen Sie ganz? Das war im Vor-Online-Zeitalter nur mit teurer Leser-Forschung eruierbar. Unsere Zeitung leistete sich das einmal – als Schreiberin bekam man tagtäglich die Beliebtheitsskala geliefert. Genau damals wurde bekannt, dass der ehemalige US-Präsident George W. Bush malt. «Das wird deine Statistik-Bombe», war mein damaliger Chef überzeugt. Also schrieb ich auf seinen Wunsch nicht nur eine kleine (vernichtende) Glosse über Bushs Hundebilder, sondern einen grossen, schön illustrierten Text. Das Resultat: vernichtend. Es war der schlechtestgelesene Kultur-Artikel ever.

George W. Bush malt trotzdem weiter. Sehr fleissig sogar. Eben hat er ein Buch angekündigt mit Porträts von Immigranten. Leicht expressiv, leicht krud, wohl nach Fotos gemalt. Nein, darüber werde ich nicht schreiben. Es interessiert weder Sie – noch mich.

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