Eines kann man Donald Trump gewiss nicht vorwerfen: die Gefährlichkeit des Sturms Florence unterschätzt zu haben. Sogar sein eher schriller Ton auf Twitter war für einmal goldrichtig, als er letzte Woche die Bevölkerung über den Kurznachrichtenkanal immer wieder direkt ansprach und warnte. Zum Beispiel mit den Worten: «Dieser Sturm ist extrem gefährlich. Es ist unerlässlich, Evakuierungsmassnahmen Folge zu leisten.»

Schlimmer noch als Florence hat ein Wirbelsturm den nördlichen Teil der Philippinen getroffen. Zuletzt verwüstete er Küstengebiete in Südchina, darunter Hongkong. Auch auf den Philippinen weiss der sonst streitbare Präsident Rodrigo Duterte um die Wichtigkeit, bei einer Naturkatastrophe wie dieser eine gute Figur abzugeben. Bereits hat er die schwer betroffene Insel im Norden besucht.

Ob Trump auch abschliessend Lob als Krisenpräsident bekommt, wird sich bald weisen. Er hat versprochen, das Katastrophengebiet im Bundesstaat North Carolina diese Woche zu besuchen. Denn auch Trump weiss genau, wie wichtig es bei einer Katastrophe wie dieser ist, den richtigen Ton zu treffen, die richtigen Signale auszusenden. Zumal im November wichtige Zwischenwahlen anstehen. Gute und schlechte Beispiele von Krisenmanagern gibt es genug. Zum Beispiel George W. Bush, letzter republikanischer US-Präsident vor Trump. Auf die Flutkatastrophe von 2005 in New Orleans (Sturm Katrina) reagierte Bush nur zögerlich. Danach stand er völlig im Regen. Auch, weil er die Gefährlichkeit zu spät erkannt hatte.$

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