Die Altjahrswoche ist nicht nur Zeitpunkt, um zurückzublicken. Sondern auch vorauszuschauen, was wir lieber nicht mehr hören wollen. Hier meine Top-10-Floskeln, die ich alle Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft bitte, 2018 aus dem Vokabular zu streichen:

1

Augenmass Darauf schwören Politikerinnen und Politiker, wenn eine Entscheidung nicht umsetzbar ist, sie dies den Wählern so aber nicht sagen können//wollen//dürfen. Die Frage nach der Schuld an der Erwartungshaltung ist eine andere.

2

Dialog Wer es ernst meint, ruft nicht erst öffentlich dazu auf//fordert Dialog medienwirksam ein, sondern lebt diesen. Und zwar per Telefon, SMS oder Mail.

3

Ergebnisoffen Steht ein (meist schlechter) Ausgang fest, lernt die PR, zumindest beim Start zum Dialog (siehe Punkt 2) gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Dann sind Verhandlungen meist die Zeit nicht Wert.

4

Offensive Arbeitsmarkt-, Digital-, Informations- oder Zukunftsoffensiven sind zwar ehrenwerte Anstrengungen. Doch überhöhen sie (wie alle Offensiven) politische Alltagsarbeit zum Event. Und das nur für etwas Aufmerksamkeit.

5

Pragmatisch Diese neue Ideologie verspricht weder links noch rechts, noch dogmatisch oder theoretisch zu sein. Sondern rein praktisch. Zugleich taucht oft «modern» auf. Oder «praktisch». Dass auch der Kapitän der «Titanic» sein Schiff «praktisch unsinkbar» bezeichnete, sollte Anlass genug sein, sich gelegentlich Gedanken zur sinnvollen Wortwahl zu machen.

Teil II der überflüssigsten Floskeln liefere ich gerne nach, nächste Woche als gut gemeinten Start ins neue Jahr.