Ich bin Frankreich-Fan, keine Frage. Paris ist die schönste Stadt der Welt, Korsika die grossartigste Insel, die Französinnen attraktiver als alle anderen Frauen, der Wein exzellent, die Sprache melodiös, die Kultur reichhaltig, zu Recht ist die Nation stolz. Dem French-Bashing, das in wirtschaftsliberalen deutsch- und englischsprachigen Kreisen genüsslich zelebriert wird, haftet angesichts dieser Fakten etwas Lächerliches, Kleinmütiges an.

Und jetzt das: Antoine Griezmann und Co. äffen nach dem Sieg im EM-Halbfinal den legendären Jubel der Isländer nach. Hu Hu Hu. Peinlicher gehts nimmer. Ja haben die Blauen denn keine eigenen Fankompositionen? Die Antwort ist brutal: Nein, haben sie nicht. Kaum eine Nation feiert ihre Fussball-Lieblinge einfallsloser als unsere Nachbarn im Westen. «Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé.» Gefühlte 100-mal pro Spiel singen die Frogs, wie der Engländer jetzt sagen würde, ihre Nationalhymne. Das wäre etwa so, als würden wir Schweizer ständig «luegid vo Bärge und Tal» zum Besten geben. Tun wir nicht. Wir haben zum Glück Breel Embolo. O Embolo o Embolo o Embolo o Embolo. Hu!