Wenig hat man ihm zugetraut, dem gmögigen Winzer aus der Waadt, der im Dezember unverhofft den Sprung in die Landesregierung geschafft hat. Doch jetzt mausert sich Korporal Guy Parmelin schon innert Monaten zu einem politischen Feldherrn, der Verantwortung übernimmt. Dabei zeigt der SVP-Magistrat, angetrieben von seiner Partei, keinerlei Skrupel, auch mit dem Erbe seines Vorgängers und Parteikollegen im Verteidigungsdepartement, Ueli Maurer, zu brechen. Anders können der vorzeitige Abgang von Armeechef Blattmann und die Sistierung der bodengestützten Luftabwehr nicht interpretiert werden.

Insbesondere Letzteres ist politisch ein heisses Eisen. Wie interne Berichte zeigen, welche die «Rundschau» gestern veröffentlicht hat, droht hier ein neues Beschaffungsdebakel. Parmelin hat die Zeichen gerade rechtzeitig erkannt und Ueli Maurers Prestigeprojekt richtigerweise gestoppt. Es liegt nun in seiner Verantwortung, sowohl die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge als auch eines modernisierten Luftabwehrsystems sauber und überzeugend aufzugleisen.

Aus politischer Sicht bleibt noch eine andere, durchaus erfreuliche Erkenntnis: Die politische Kontrolle funktioniert. Warum sollte Parmelin fortführen, was Maurer offenbar ungenügend aufgegleist hat, nur weil beide dieselben Parteifarben vertreten? Man darf gespannt sein, wie Parmelin weiter fuhrwerkt. Sein Einstand jedenfalls ist vielversprechender als erwartet.