Zivilschützer waren in den Augen von Soldaten, Korporälen und Hauptmännern bisher vor allem Weicheier und Drückeberger. Schliesslich dürfen sie nach dem Zeittotschlagen meist am Abend wieder nach Hause. Das war früher. Zivilschützer steigen in der Gunst der Angehörigen der Armee momentan in der Geschwindigkeit eines Düsenjets. Anders ist nicht zu erklären, was sich neulich im Internet zutrug. Da klickte sich nämlich ein Zivilschützer durch die News-Seiten und blieb bei einer Google-Anzeige hängen. Sie zeigt einen Mann in einer grünen Uniform, der mit verheissungsvoller Miene seinen Blick in die Ferne richtet. Hinter ihm zeichnen sich die Konturen eines FA-18-Kampfflugzeuges ab. Dazu wird die Frage eingeleitet: «Bereit für eine Mission?»

Die Reklame stammt von einer Ausbildungsplattform der Schweizer Luftwaffe. Die Brust des Zivilschützers schwoll an. Hatte man ihm vor gut zehn Jahren an der Aushebung noch beschieden, die Armee sei nichts für ihn, gilt er nun offenbar als «Talent for the sky», wie er mit einem Klick auf das Inserat erfuhr. Grund für diese späte Richtigstellung ist der Algorithmus von Google. Besser als jeder Sporttest an einer Aushebung erkennt dieser Super-Code, wer für waghalsige Missionen in schwindelerregender Höhe geeignet ist. Orange ist die neue Tarnfarbe. Google lieferte den Beweis.