Die Menschenwanderung nach Nordeuropa und damit in die Schweiz macht Winterpause. Aus zwei Gründen: Weniger Vertriebene wagen sich über das aufgepeitschte Mittelmeer und die osteuropäischen Länder sowie Österreich sind dabei, die Balkanroute stillzulegen. 

Finden die in Griechenland festsitzenden Flüchtlinge jedoch eine Alternativroute, zum Beispiel via Albanien und Italien, so könnten die Flüchtlingszahlen in der Schweiz schon bald emporschnellen.

Zeit, uns hierzulande über die Integration der Flüchtlinge mehr Gedanken zu machen. Denn finden die Menschen nicht rasch einen Weg in die Arbeitswelt, so werden auch die Sozialkosten sprunghaft ansteigen.

Die Formel ist eine einfache: Wer arbeitet und sein eigenes Geld verdient, der integriert sich nicht nur schneller, er hat weder Zeit noch Not, auf dumme Gedanken zu kommen. Und kriminell zu werden.

Wie aber gelingt die Arbeitsmarktintegration am besten? Nur genügend Qualifizierte haben längerfristig Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sagen die Einen. Die Anderen fordern pragmatische Lösungen, bei welchen die Beschäftigung zualleroberst steht.

Sie finden Unterstützung in den Billiglohnsektoren: Kein Wunder, dass Flüchtlinge am ehesten auf dem Bau, in der Reinigungsbranche, im Gastgewerbe und in der Pflege Unterschlupf finden.

Geht Integration über die blosse Beschäftigung hinaus? Diese Frage sollten wir diskutieren, noch ehe die saisonal bedingte Verschnaufpause vorüber ist und die steigenden Flüchtlingszahlen die Debatte um Unterbringung und Verteilung erneut anheizen.

 daniel.fuchs@azmedien.ch