Über Monate haben vier Albaner vom Wynental aus Süchtige mit Drogen versorgt. Insgesamt haben sie fast 10 Kilo Heroin und 255 Gramm Kokain verkauft. Die 6109 Seiten Prozessakten füllen zig Ordner. Die Ermittler haben 29 Telefonnummern abgehört, 21 000 Telefonprotokolle ausgewertet und 20 Süchtige befragt. Es ist ein enormer Aufwand, den die Strafverfolgungsbehörden betrieben haben, um die vier zu überführen. Drei Polizisten waren neun Monate lang am Fall dran. Was hat es gebracht?

Die vier Albaner sind für die nächsten Jahre hinter Gittern. Wenn sie die Strafe abgesessen haben, wird das Migrationsamt wohl beantragen, dass sie die Schweiz verlassen müssen. Ansonsten aber ist alles beim Alten geblieben. Während Polizei und Staatsanwaltschaft noch in den Ermittlungen steckten, rückten bereits neue Dealer nach. Die Hintermänner sind wohl die gleichen geblieben. Die Fäden sind ihnen höchstens kurz aus den Händen geglitten.

Trotzdem wäre es ein falsches Signal, aus Kosten- oder Ressourcengründen auf solche langwierigen Ermittlungen zu verzichten. Polizei und Staatsanwaltschaft dürfen nicht resignieren, auch wenn sich im Grossen sowieso nichts ändert. Aber sie müssen die richtige Balance finden. Es ist nicht sinnvoll, Ressourcen zu verschwenden, um Jagd auf Kleindealer zu machen. Aber es kann Signalwirkung haben, wenn grössere Fische geschnappt werden. Es wird Banden wohl nicht abschrecken, aber unter Umständen verunsichern. Denn letztlich geht es nicht nur um den Handel mit illegalen Substanzen: Wer Drogen verkauft, bereichert sich am Leid der Süchtigen.