Ein gut ausgebautes, leistungsfähiges Verkehrsnetz ist ein zentraler Standortfaktor für die Schweiz und für alle, die hier täglich unterwegs sind. Umso mehr muss man hellhörig werden, wenn die meistgenutzte Autobahn, die A1, im Aargau zunehmend an ihre Grenzen stösst.

Prognosen sagen immer mehr Staus voraus, wenn nichts geschieht. Dies, obwohl parallel zu den Strassen richtigerweise auch der öffentliche Verkehr für die rasch wachsende und immer mobilere Bevölkerung stark ausgebaut wird.

Natürlich kann man die Autobahn nicht beliebig ausbauen, gar zweistöckig machen, sondern muss mit Anreizen das Verkehrswachstum eindämmen. Doch darob sollte man die Augen nicht vor der Realität verschliessen. Im Aargau fürchtet man schon staubedingten Ausweichverkehr von der Autobahn auf Kantons- und Gemeindestrassen, was niemand will.

Deshalb und um volkswirtschaftliche Schäden aufgrund von stundenlangen Staus zu vermeiden, setzen sich so viele für einen raschen Ausbau ein. Hätte Bern dies ignoriert, wäre dereinst auf der A1 nicht mehr viel los – staubedingt.

Doch der Bundesrat lenkt jetzt ein, und zieht den Ausbau auf 2030 vor. Gerade noch rechtzeitig. Die Gründe dafür mag Verkehrsministerin Doris Leuthard nicht selbst aufzählen, wohl weil man ihr sonst vorwerfen könnte, dem Aargau ein Abschiedsgeschenk zu machen. Dieser Vorwurf wäre aber falsch. Für Geschenke ist Leuthard nämlich nicht bekannt. Unabhängig von der Herkunft der Verkehrsministerin: Der Bundesratsentscheid ist schlicht richtig.