Novartis

Noch ist das Glas erst halb voll

Novartis hat die Augenmittelsparte Alcon zugekauft. Diese steckt in der Krise.

Novartis hat die Augenmittelsparte Alcon zugekauft. Diese steckt in der Krise.

Es handelt sich schon fast um eine Glaubensfrage. Ist das Glas halb voll oder halb leer? Novartis macht es den Beobachtern nicht einfach, die Verfassung des Pharmakonzerns richtig einzuschätzen. Da sind auf der einen Seite gemachte Versprechen, die nicht erfüllt wurden. Stichwort ist hier das Herzmedikament Entresto, das die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen konnte. Hinzu kommt das kleine Debakel, dass die Basler mit der zugekauften Augenheilmittelfirma Alcon angerichtet haben. Nur langsam erholt sich die US-Tochter wieder von ihrer schweren Krise. Insgesamt hat der Konzern in den Augen seiner Kritiker ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Die Optimisten dagegen verweisen auf die gut gefüllte Produktepipeline und die jüngsten Forschungserfolge, namentlich etwa die neue Zelltherapie gegen Leukämie. Euphorie mochte sich gestern an der Börse ob der Halbjahresergebnisse aber nicht einstellen. Längerfristig betrachtet, darf sich Novartis zugutehalten, den Patentablauf zweier grosser Produkte ohne allzu grossen Umsatzdämpfer hinter sich gebracht zu haben. Andere Pharmakonzerne können das nicht von sich behaupten.

Auch wenn Novartis-Chef Joe Jimenez selber kein Glaubwürdigkeitsproblem erkennen kann, muss er nun beweisen, dass das Glas nicht nur halb voll ist, sondern sich langsam weiter füllt. Gelingt es nicht, die neuerlich geschürten Erwartungen zu erfüllen, wird Jimenez weiter unter Druck kommen. Dann könnte auch ein aggressiver Hedgefonds auf die Bühne treten, der dem Amerikaner das Leben noch schwerer macht.

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