Nackte, glänzende Oberkörper und bunte Hosen – wohin man blickt. In Südafrika fand vor kurzem die jährliche «Cape Town Pride» statt. Schwule marschierten durch Kapstadt, um ihren Lebensstil zu feiern. Tausende sahen zu und feierten mit.

Doch auch eine Gegenveranstaltung lockte die Besucher an (heute zerfällt jede Communitiy in Unter-Gemeinschaften): Schon lange beschweren sich Homo-Vereine über die undemokratische Vertretung bei der Parade. Sämtliche Performer seien weisse Schwule mit Sixpack. Ein Fauxpas in einem Vielvölkerstaat wie Südafrika. «Die Cape Town Pride wird nie inklusiv sein. Die Stadtregierung sieht keinen Fehler bei dem, was die Veranstalter machen», beschwert sich Funeka Soldaat. Die Aktivistin leitet eine Gruppe für schwarze Lesben.

1994 erlangte Südafrika die politische Freiheit und besitzt eine der fortschrittlichsten Verfassungen weltweit. Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung ist verboten – ein krasser Gegensatz zum Rest Afrikas. In mindestens 32 Staaten am Kontinent stehen gleichgeschlechtliche Partnerschaften unter Strafe. Teils lebenslang. Südafrikas Lesben und Transgender fühlen sich frei, aber unterrepräsentiert. Mit der Demokratie reifen natürlicherweise auch die Probleme.