Es waren verstörende Bilder, als beim G20-Gipfel in Hamburg vor bald einem Jahr linke Chaoten brutal Polizisten attackierten, Autos von Anwohnern anzündeten oder lokale Geschäfte plünderten. Dass die Justiz alles versucht, um die Gewalttäter zu ermitteln und zu bestrafen, ist richtig. Auch die Razzia im Kulturzentrum Bremgarten (Kuzeb) ist gerechtfertigt, wenn es Hinweise gibt, dass sich ein Verdächtiger dort aufhält oder Beweismaterial für Gewalttaten zu finden ist.

Tatsächlich hat die Staatsanwaltschaft gestern Dienstag einen Mann aus Bremgarten befragt, der bei der Aktion aufgegriffen wurde. Ob dieser an den Ausschreitungen in Hamburg beteiligt war und welche Verbindung er zum Kuzeb hat, ist bislang nicht bekannt. Sollte sich bei den Ermittlungen zeigen, dass der Mann zu den G20-Chaoten zählt, muss er auch bestraft werden. Verantwortlich wäre in diesem Fall aber nur der Aktivist als Privatperson, nicht die Betreiber des Kulturzentrums Bremgarten.

Nach G20-Krawallen: Mann in Bremgarten festgenommen

Nach G20-Krawallen: Mann in Bremgarten festgenommen

Knapp elf Monate nach den G-20-Krawallen ist im Kanton Aargau ein 27-jähriger Schweizer festgenommen worden. Bei der Razzia wurden gemäss Kantonspolizei Aargau die Wohnung des Verdächtigen sowie das Kulturzentrum in Bremgarten durchsucht. 

Nun das Kuzeb und seine Besucher unter Generalverdacht zu stellen, ist falsch. Linksautonom zu sein und den Kapitalismus überwinden zu wollen, sind keine Straftaten, sondern politische Einstellungen. In einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft muss es dafür Freiräume geben. Anders als die Reitschule in Bern, in deren Umfeld es immer wieder zu Ausschreitungen kommt, ist das Kuzeb nicht als Hort von Chaoten bekannt. Wenn ein möglicher Gewalttäter dort verkehrte, wirft dies jedoch einen Schatten auf das Kulturzentrum. Es liegt im Interesse der Betreiber, dies nicht zu dulden.