Nein, Schikanen sind nichts Schönes. In irgendeiner Form hat wahrscheinlich schon jeder von uns mit ihnen Bekanntschaft gemacht, sei es bei einem Behördengang oder am Arbeitsplatz. Der Duden definiert Schikane als eine «unter Ausnutzung staatlicher oder dienstlicher Machtbefugnisse getroffene Massnahme, durch die jemandem unnötig Schwierigkeiten bereitet werden». Oder kürzer: eine «kleinliche, böswillige Quälerei». 

Dass auch Naturgewalten schikanieren können, ist allerdings eine Erfindung der Medien. «Simon Ammann vom Wind schikaniert», titelten einige Zeitungen, nachdem der Schweizer Skispringer durch starke Windböen mehrmals am Sprung gehindert wurde. Ein unsauberer Sprachgebrauch, der unterstellt, ein Wettergott habe Ammann willentlich und in sadistischer Absicht davon abgehalten, weiter zu fliegen. Hat die blinde Naturgewalt plötzlich Augen bekommen? 

Von einer Schikane hätte man allenfalls reden können, wäre Ammann mehrmals ungerechtfertigterweise zurückgepfiffen worden. Das war aber nicht der Fall. Als Übeltäter blieb deshalb nur noch der Wind. Der blies noch andere Springer weit weg vom angestrebten Podestplatz. Schikaniert wurden sie aber allesamt nicht. Sie hatten einfach nur Pech.