Schweizer Armee

Nicht bereit

Das Führungsnetz der Schweizer Armee ist nur zu einem kleinen Teil ausreichend geschützt. (Archiv).

Das Führungsnetz der Schweizer Armee ist nur zu einem kleinen Teil ausreichend geschützt. (Archiv).

Das kommunikative Nervensystem der Schweizer Armee ist nur zu einem kleinen Teil ausreichend geschützt. Das heisst: Im Bedarfsfall müsste sich die Schweiz wohl wie viele andere Armeen auf die USA verlassen. Ein Kommentar von Stefan Schmid.

Die Mehrheit der europäischen Armeen sei derzeit nicht in der Lage, grossräumige Operationen durchzuführen oder einen bewaffneten Angriff einer grösseren Streitmacht abzuwehren, schreibt «Der Spiegel».

Und das, obwohl der unberechenbare russische Präsident Wladimir Putin seine Rüstungsmaschinerie seit Monaten auf Hochtouren laufen lässt. Die militärische Präsenz der USA, wiewohl nicht mehr besonders ausgeprägt, sei für die Sicherheit des Kontinents nach wie vor von entscheidender Bedeutung, so das Wochenblatt.

Unsere Recherchen legen den Schluss nahe: Auch die Schweizer Armee gehört zu jener Kategorie, die sich im Bedarfsfall auf die USA verlassen muss. Ihr kommunikatives Nervensystem, das Führungsnetz Schweiz, ist nur zu einem kleinen Teil ausreichend geschützt, wie das Verteidigungsdepartement in einer bisher unbeachteten Notiz selber schreibt.

Die Lücken werden erst bis 2020 behoben sein – wenn überhaupt. Bis dann sind selbst ein paar Brandstifter in der Lage, wichtige Verbindungsknoten so zu beschädigen, dass die Leitung im Krisenfall zusammenbrechen könnte. Auch vor Einbruch oder Stromausfall ist das Netz offenbar nicht gefeit.

Alarmismus ist gewiss fehl am Platz. Dennoch wäre es falsch, die Situation auf die leichte Schulter zu nehmen. Ohne sichere Kommunikation ist eine Armee gar nicht erst einsatzfähig. Kommandanten bekommen keine Befehle mehr, Soldaten wissen nicht, wie sie sich verteidigen müssen.

Die Politik sollte deshalb darauf drängen, dass die Mängel rasch und umfassend behoben werden. Eine Armee ist schliesslich für den Worstcase da, nicht für Schönwetterperioden.

stefan.schmid@azmedien.ch

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Stefan Schmid

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