Kommentar

Neuer Vertrag zum Verbot von Atomwaffen: Symbolpolitik – vorerst

Die UNO macht mit einem neuen Vertrag gegen Atomwaffen mobil. Der bislang letzte Atombombenangriff auf eine Stadt erfolgte in Nagasaki. (Archivbild)

Die UNO macht mit einem neuen Vertrag gegen Atomwaffen mobil. Der bislang letzte Atombombenangriff auf eine Stadt erfolgte in Nagasaki. (Archivbild)

In – zumindest gefühlt – stets unsichereren Zeiten hört es sich unglaublich gut an: Atomwaffen werden verboten. So besagt es ein internationaler Vertrag, der heute bei der UNO in New York verabschiedet wird.

«Zu gut» hört es sich an, sagen Kritiker. Zumindest vorderhand muss man ihnen recht geben. Denn ausgerechnet diejenigen Staaten, welche vom Vertrag direkt betroffen wären – die Atommächte und ihre Verbündeten – blieben den Verhandlungen fern. Sie wollen sich in ihrer geopolitischen Macht, die sie durch die abschreckendste aller Waffen absichern, nicht einschränken lassen. So hat der Vertrag symbolpolitischen Charakter. Vorerst.

Die Hoffnung, dass das Papier eine Dynamik in Gang bringt, die zumindest langfristig auf eine beschleunigte Abrüstung und letztlich vielleicht gar eine nuklearwaffenfreie Welt hinausläuft, ist zwar noch reichlich gutgläubig. Aber wer hätte vor Jahrzehnten gedacht, dass es dereinst Verträge zum Verbot von Antipersonenminen oder Chemiewaffen geben wird, die tatsächlich zu einem Umdenken in der internationalen Sicherheitspolitik geführt haben?

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