Bisher hatte ich mir kaum überlegt, was eigentlich mit den Artikeln geschieht, die ich für diese Zeitung schreibe. Manchmal werden sie über Facebook oder Twitter geteilt und sorgen für Diskussionen. Ab und zu kommt ein Leserbrief.

Letzten Samstag wurde mir schlagartig bewusst, was ich bisher verdrängt hatte. Der Verein, in dem ich Mitglied bin, war an der Reihe mit Altpapiersammeln. Und da standen unsere Zeitungen tonnenschwer am Strassenrand. Mir fiel auf: Manche Gestaltungsidee eines Art Directors wirkt erst so richtig, kurz bevor man das Bündel in den Schlund des Abfuhrwagens wirft.

Mit gemischten Gefühlen stemmte ich die Bündel empor. Ich freute mich über die Stapel, die wie kleine Denkmäler dem Gerede vom Niedergang der Print-Medien trotzen. Auf der anderen Seite war es auch traurig, all die schönen Zeitungen zu entsorgen, hinter denen so viel Schweiss und Liebesmühe steht.

Im Altpapier sind zudem Neuigkeiten versteckt. Gesellschaftlicher Wandel zeigt sich. Kaum noch jemand bündelt die Zeitungen mit alten Damenstrümpfen und das Internet hat definitiv die Schmuddelhefte verdrängt. Zudem weiss ich dank den alten Couverts vor dem Rathaus, wer von Ihnen die Steuererklärung schon eingereicht hat.