Kantonsspital Aarau

Neubau ist ein notwendiger Befreiungsschlag

Zuletzt stand das Kantonsspital Aarau (KSA) mehrfach in der Kritik: Die juristisch nicht abgeschlossene Chefarzt-Affäre, der Protest gegen die Fällung des Krähenbaums beim Hauptgebäude, der Abgang des Verwaltungsratspräsidenten wegen mangelnden Vertrauens nach eineinhalb Jahren und die nicht erreichten Finanzziele brachten negative Schlagzeilen.

Nun präsentiert das KSA seine Neubaupläne, das zukunftsweisende Projekt «Dreiklang». Leicht getrübt wird die Freude der Verantwortlichen von der Kritik des SVP-Fraktionschefs wegen vermeintlich hoher Kosten. Kostenbewusstsein ist im Gesundheitswesen wichtig, eine Luxusvariante ist der KSA-Neubau aber nicht. Dies zeigt ein Vergleich mit dem Bürgerspital Solothurn, das im Bau ist. Dort wird für 340 Millionen Franken ein Projekt mit 239 Betten realisiert, der Neubau in Aarau bietet 472 Betten und kostet rund 600 Millionen Franken.

Kritik an KSA-Projekt: «Dieser Neubau kostet 619 Millionen Franken»

"Dieses Projekt hat Baukosten von 619 Millionen Franken": SVP-Politiker Jean-Pierre Gallati übt Kritik.

   

In Solothurn, wo der Kanton den Neubau finanziert, hat die Bevölkerung den Grosskredit klar angenommen. Auch im Aargau würde eine Abstimmung über einen Spitalneubau wohl ähnlich ausfallen. Zudem gehört eine gute Gesundheitsversorgung zu den wichtigsten Staatsaufgaben. Im Aargau müssen die Spitäler die Mittel für Neubauten aber selber erwirtschaften. Mit der heutigen Struktur ist dies für das KSA kaum möglich: Die vielen verstreuten Gebäude verteuern Abläufe, die Finanzziele sind nur schwer erreichbar. Der Neubau schafft bessere Voraussetzungen für effizientes, günstiges Arbeiten. Er ist deshalb ein notwendiger Befreiungsschlag für das Spital, der im Interesse des Kantons und seiner Bevölkerung liegt.

fabian.haegler@chmedia.ch

Meistgesehen

Artboard 1