Regierungsratswahl

Mitte-Links sollte sich auf Yvonne Feri einigen

Yvonne Feri im TV-Talk am Wahlsonntag.

Yvonne Feri im TV-Talk am Wahlsonntag.

Wer tritt im zweiten Wahlgang gegen Jean-Pierre Gallati von der SVP an? Mitte-Links ist am besten beraten mit Yvonne Feri, schreibt unsere Autorin in ihrem Kommentar.

Die SVP ist in einer komfortablen Lage in der Verteidigung ihres Regierungsratssitzes. Kandidat Jean-Pierre Gallati hat wie erwartet die Stimmen seiner Partei geholt und auf die zweitplatzierte Yvonne Feri (SP) einen klaren Vorsprung herausgeholt. Für das absolute Mehr hat das nicht gereicht, aber es hat die Positionen klargemacht: Für die anderen gilt es jetzt, Gallati zu schlagen und demzufolge mindestens 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler von sich zu überzeugen.

Gallati ist so gut wie gewählt, wenn sich FDP-Kandidatin Jeanine Glarner zurückzieht. Die Stimmen der Freisinnigen dürften dann am ehesten zum einzigen anderen bürgerlichen Kandidaten gehen. Entscheidet sich die FDP aber, noch einmal anzutreten, muss sie deutlich stärker mobilisieren als im ersten Wahlgang. Am ehesten dürfte ihr das bei den Wählerinnen und Wählern der CVP und der BDP gelingen, welche keine eigenen Kandidaturen aufstellten. Aber auch dann muss Glarner darauf hoffen, dass sich GLP, Grüne und SP nicht einig werden und die Mitte-Links-Stimmen unter sich aufteilen.

Das wird aber wahrscheinlich nicht passieren. SP, Grünliberale und auch Grüne haben nach dem ersten Wahlgang mehrfach betont, dass sie gegen SVP-Kandidat Gallati nur eine Chance haben, wenn sie gemeinsam in den zweiten Wahlgang gehen. Darüber, wen sie aufstellen wollen, haben sie sich nicht klar geäussert.

Am besten beraten sind sie, wenn sie auf Yvonne Feri setzen. Sie liegt zwar deutlich hinter Gallati zurück, aber ebenso deutlich vor Severin Lüscher und Doris Aebi. Die Grünen hätten wohl mehr Stimmen gemacht, wenn sie von Anfang an auf eine Frau gesetzt hätten, und Doris Aebi war bis zur Bekanntgabe ihrer Kandidatur im Aargau weitgehend unbekannt. Feri aber hat beides: Man kennt sie und sie würde dafür sorgen, dass der Aargauer Regierungsrat kein reines Männergremium ist. Damit kann Mitte-Links auch gegen Gallati punkten.

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