Der «Krieg» brach einen Kilometer von meinem Zuhause aus. Mitten in Bern. Eskalation zwischen Hausbesetzern und Polizei. Petarden, Steine und Flaschen – Tränengas, Wasserwerfer und Gummischrot. Die Spirale der Gewalt. Trauriger Höhepunkt: In der Nacht auf Sonntag werden bei heftigen Krawallen vor der Reitschule zehn Polizisten verletzt. Am Montag erreicht die Eskalation die Frontseiten. «Das ist Krieg gegen die Polizei», titelt der Boulevard. Eine zugespitzte Aussage von Adrian Wüthrich, Präsident des Polizeiverbands des Kantons Bern. Auf den Folgeseite in grossen Lettern: «Krawall-Hauptstadt Bern».

Das macht Angst. Alles gerät aus den Fugen. Selbst bei uns in der Schweiz. Es kann nur eine Frage von Stunden sein, ehe das EDA eine Reisewarnung rausgibt, könnte man denken. Aber halt, ich empfehle Ihnen einen Bern-Besuch. Gerade jetzt. Die Hauptstadt ist sicher. Ich habs eben erlebt. In den Winter-, äh, Frühlingsferien, die ich mit Freundin und Kindern daheim verbracht habe. Im Tierpark, auf dem Spielplatz, beim Unihockey-Match. Familien-Idylle mitten in der «Krawall-Hauptstadt».