Ekel und Gesundheit

Mit Bööggen uns noch fitter fressen

Würmer, Heuschrecken, Engerlinge – das alles liegt bereits oder bald auf dem Tisch. Fehlt nur noch das Dessert: Bööggen aus der Nase.

Zürcher verbrennen Bööggen, Deutsche reden von Popeln. Und was man – nicht bloss Kinder! – mit Popeln macht, nennen sie popeln, nicht verwandt mit pöbeln. Immer muss es was hermachen, wo Deutsche die Welt verbessern, sei es auch noch so eklig. Jetzt halt popeln. Darum sagen viele popelige Deutsche in Zürich, was Zürcher tun, sei falsch: Bööggen soll man nicht auf dem Scheiterhaufen entsorgen. Sondern man soll Bööggen liebevoll aus den Nasenlöchern ziehen und langsam mampfen.

Popel sind gerade Deutschlands neuster Gesundheitsschrei. Ist das wirklich neu? Vor siebzig Jahren stürzten sich Deutsche auf jeden amerikanischen Zigarettenstummel. Seither auf jeden Ami-Fimmel. Darum jetzt auch auf amerikanische Popel. Wissenschafter der Harvard-Universität und des MIT in Massachusetts nämlich haben herausgefunden: Popel stärken das Immunsystem mit Antikörpern. Der moderne Mensch müsse wieder mit Dreck in Berührung kommen. Nur deshalb hätten wir uns erfolgreich durch die Evolution gekämpft.

Alles okay. Den grassierenden Geistespopel aber kann nun wirklich keiner fressen.

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