Damit die 212 Aargauer Gemeinden funktionieren, sind fast 5000 Behördenmitglieder nötig, wovon über 1000 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Die meisten sind Milizpolitiker. Genug Kandidierende zu finden, wird schwieriger. Gründe sind etwa, dass bei vielen Wohn- und Arbeitsort auseinanderklaffen, dass die Aufgaben komplexer werden, dass viele sich nicht mehr für die Gemeinschaft engagieren, weil man sich da exponieren und auch Anfeindungen aushalten muss.

Verschärft wird das Problem, indem 30- bis 40-jährige (nicht zu reden von noch jüngeren) in den Gemeindeexekutiven massiv untervertreten sind. Der Hauptgrund liegt auf der Hand: In diesem Alter gründet man eine Familie, baut die Karriere auf. Gefährlich wird es aber, wenn junge Leute, die trotzdem so ein Amt annehmen und dafür ihre Arbeitszeit reduzieren, im Job bei gleicher Qualifikation das Nachsehen haben. Dies, weil andere zeitlich verfügbarer sind und mehr Zeit für Weiterbildung haben. 

Das kostengünstige und zukunftstaugliche Milizprinzip muss gestützt werden. Falls die Anrechnung der Führungserfahrung von Gemeinderäten an eine Weiterbildung einen Beitrag leisten kann, sollte man es unbedingt tun, damit Arbeitgeber solche Engagements voll mittragen können. Das reicht aber nicht. Gemeinderäte darf man nicht mehr mit einem Butterbrot abspeisen. Natürlich soll man sie auch nicht «vergolden». Ihr Ziel erreichen diese und weitere Massnahmen, wenn es mehr kommunale Kampfwahlen gibt, weil ein aufgewertetes Milizamt wieder gern angestrebt wird.