Kolumne

Mein Vorsatz: Ich rette die Welt!

Peach Weber möchte die Welt retten.

Peach Weber möchte die Welt retten.

Kolumne über den Anbruch des neuen Jahres.

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber mir scheint, das neue Jahr sieht verdächtig nach dem alten aus. Vom Modell her ändert sich jedenfalls nicht viel: 12 Monate, 52 Wochen, 365 Tage, minus ein paar schon Zerquetschte. Der Produzent hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Tagen oder Monaten modernere Namen zu geben: Januar XS, Februdi, Märzedes, APP-Ril, Maimai, Juhuini etc. Aber so ist das heute, das Neue ist meistens qualitativ schlechter als das Alte. Billigeres Material, schlufig verarbeitet. Deshalb spürte ich das unbändige Verlangen, das noch jungfräuliche Jahr zu etwas ganz Besonderem zu gestalten.

Dabei will ich es mir nicht zu einfach machen, ich könnte ja am Dreikönigstag einfach den ganzen Kuchen selber essen. So wäre ich garantiert König und könnte, zumindest in der Schweiz, ein paar Massnahmen treffen. Zum Beispiel die KK-Prämien halbieren und ein Gesetz einführen: Wir gehen nur noch zum Doktor, wenn wir krank sind und nicht nur aus Langeweile.

Aber nein, mein kühner Vorsatz lautet: Ich rette die Welt! Was sollen diese egozentrischen Vorsätze, aufhören zu rauchen, 20 Kilo abnehmen, mehr Sport machen, das ist doch bubieinfach. Ich habe Grösseres vor. Da von oben scheinbar kein Erlöser 5.0 zu erwarten ist, werde ich die Welt retten. Ich kann leider aus Platzgründen nur grob meinen Plan umreissen. Den ersten Schritt habe ich bereits gemacht, ich habe dem Chef der «Ärzte ohne Grenzen» gesagt: So, jetzt bringe ich Euch mal an Eure Grenzen. Wir besuchen eines der grössten Krisengebiete der Erde, das Weisse Haus. Wir werden nachts einbrechen, erst etwa um vier Uhr, bis drei Uhr ist er ja noch auf Twitter, dann setzen wir ihm heimlich eine zweite Hirnzelle ein.

Er wird erwachen, erschrecken und sich tausendmal entschuldigen

Die Folge wird sein, er wird erwachen, erschrecken und sofort eine globale Pressekonferenz einberufen. Da wird er sich tausendmal entschuldigen für all das, was er bis jetzt für dummes und egozentrisches Zeug geredet hat, und dass er die Wichtigkeit eines sofortigen Umweltschutzes geleugnet hat. Als Sühne werde er umgehend das gesamte Militärbudget ins Umweltministerium pumpen, da arbeitet ja im Moment nur noch ein Angestellter. Er werde persönlich dafür sorgen, dass sämtlicher Plastikmüll aus den Weltmeeren eingesammelt wird, die Ölförderung nur noch sauber erfolgt etc. Zum Zeichen seiner Läuterung wird er vor versammelter Weltpresse ein Altpapierbündeli schnüren. Ob er danach aus Selbstverzweiflung noch Selbstmord begeht, das überlasse ich seinem Ehrgefühl. Er könnte sich ja 14 Kugeln in den Kopf jagen, das wäre dann «se gräitescht suicide ever, ever!

Auf jeden Fall wird diese Aktion eine Welle auslösen: Diktatoren dieser Welt werden zur Besinnung kommen und begeistert alle ihre dem Volk gestohlenen Milliarden unter den einfachen Leuten verteilen. Diese Wirren werde ich nutzen, um den ersten vernünftigen Weltherrscher der Geschichte einzusetzen: Mich. Zuerst mal werde ich sofort alle Weltreligionen verbieten, welche die Weltherrschaft anstreben oder Pädophilie leugnen. Ich werde eine neue gründen, deren Grundsatz es ist: «Ich habe recht, du aber auch! Lass uns den heiligen Pfirsich anbeten.»

Wer mehr als eine Million im Jahr verdient, muss Harakiri machen

In der Industrie wird ein Schnellgericht eingeführt, welches Manager, die zum Beispiel Abgaswerte manipulieren, an die Wand stellt und mit Diesel abspritzt. Und wer mehr als eine Million im Jahr verdient, muss Harakiri machen. Dazu werden Migroskurse angeboten. Kreuzfahrtschiffe müssen um sich herum eine gigantische Windel haben, die sämtlichen Dreck aufsaugt, den sie hinten rauslassen. Diese Windel wird dann unter den Passagieren aufgeteilt. Schiffe, die sich nicht daran halten, werden durch eine noch aufzubauende Flotte von Eisbergen versenkt.

Die Forschung werde ich auf den Hauptauftrag fokussieren: Einen Dimmer für die Sonne konstruieren und die Lebenserwartung wieder auf 60 Jahre senken.

Wenn Sie jetzt denken, ich hätte nur unsinnige Vorschläge gemacht zur Weltrettung, dann zählen Sie mir doch rasch die intelligenten Vorschläge auf, die die Weltgemeinschaft bis heute zustandegebracht hat ................... ich warte ............

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1