Das Ergebnis lässt an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: Auf die Frage «Braucht es wieder konsequent Zugbegleiter» haben in einer Online-Umfrage der «Nordwestschweiz» satte 69 Prozent der mehreren tausend Teilnehmenden mit «Ja» geantwortet (Stand Montagabend, d. Red.). Nach der tödlichen Attacke von Salez sei eine solche Massnahme «für die Sicherheit unerlässlich», findet die grosse Mehrheit der Teilnehmenden.

Ob die konsequente Anwesenheit von Zugbegleitern im Regionalverkehr eine Bluttat wie diejenige von Salez verhindern könnte, ist jedoch mehr als fraglich. Auch das zusätzliche Personal könnte unmöglich alle Wagen und Abteile gleichzeitig im Auge behalten. Zudem ist es nicht in erster Linie für die Abwehr von Gewalt ausgebildet, also bräuchte es in jedem Zug auch noch mindestens zwei Sicherheitsbeamte.

Solche Massnahmen hätten jedoch einen unglaublichen Preis zur Folge. Nicht nur einen finanziellen, aber auch: Denn wer bezahlt all die zusätzlichen Zugbegleiter und Transportpolizisten? Es wäre spannend, in der Online-Umfrage folgende Frage nachzureichen: «Wären Sie bereit, dafür eine Erhöhung der Billettpreise oder der Steuern in Kauf
zu nehmen?» Mit Garantie würde die Forderung nach zusätzlichem Zugpersonal damit massiv an Zustimmung verlieren. Tiefer in die eigene Tasche greifen, das dann doch lieber nicht. Wir müssen uns bewusst werden: Maximale Sicherheit bei möglichst geringer Ruhestörung durchs Personal und gleichbleibenden Preisen ist eine Rechnung, die schlicht nicht aufgehen kann.