Her-r-reinspaziert! «Zirkusbesuche gehören zu den eindrücklichsten Kindheitserinnerungen, und auch Erwachsene haben noch Freude daran», wirbt Ursula Schneider Schüttel. Für die Freiburger SP-Nationalrätin ist klar: Der Bund soll ab sofort die Zirkusse in der Schweiz subventionieren.

Richtig so! Immerhin leiden diese seit Jahren an sinkenden Zuschauerzahlen. Und es ist ein ungeschriebenes Bundesgesetz: Wenn die Nachfrage nicht mehr stimmt, soll der Bund den Markt mit Steuergeldern am Leben erhalten. Bei den Bauern klappt das ja seit Jahrzehnten bestens.

Die Schweiz hätte dann nur noch Nationalzirkusse. Eine der ältesten Kulturformen wäre auf immer und ewig gerettet. Eines aber ist klar: Sobald Subventionen fliessen, haben die Parteien auch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Damit gehören Tiernummern mit lustigen Zwergponys, gewaltigen Elefanten oder weissen Tigern der Vergangenheit an.

Sonst machen die Grünen nicht mit. Und chinesische Akrobaten? Oder der kanadische Zauberer? Vergessen Sies. Auch hier hat der Inländervorrang zu gelten, sonst ist die SVP nicht mit im Boot. Die Damenriege Staffelbach sorgt schliesslich für mindestens so viel Nervenkitzel.

Der Zirkusdirektor führt künftig nur noch im Jobsharing durchs Programm. Sie ahnen: Der Frauenanteil hat 40 Prozent zu betragen, mindestens. Dafür wird die SP schon sorgen – wenn die CVP nicht noch kurzfristig einen Rückweisungsantrag einbringt.

Gleichzeitig nehmen die Gewerkschaften den Gesamtarbeitsvertrag der marokkanischen Hilfsarbeiter unter die Lupe, damit die 42-Stunden-Woche sichergestellt ist. Und um das Ganze ins rechte Scheinwerferlicht zu rücken, fordern die Grünliberalen Solarpanels auf dem Zirkuszeltdach. Adieu, schöne Zirkuswelt ...