Es muss Dinge geben, worüber man nicht schreiben kann. Man sagt dann natürlich trotzdem etwas. Man sagt: «Das ist einfach unbeschreiblich.» Präziser in den allermeisten Fällen wäre wohl der Satz: «Ich kann es nicht beschreiben, also lassen wir das. Plagt mich nicht.»

Nun gibt’s keine Sprache ohne Plage. Keine? Und was passiert – bitte schön – dann in dem Moment: «Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über»? Darauf gibt es nur eine Antwort: Meinetwegen – versuchen Sie es mal! Ich habe schon Leute reden hören, wenn ihnen das Herz überfloss.

Beispiel eins: Überfluss mit lustig. Die Witzerzählerin konnte nicht mehr und zerlachte erzählend den eigenen Witz zur Unkenntlichkeit. Sie kugelte sich, die anderen lächelten betreten. Beispiel zwo: Überströmend verliebt. Kaskaden tatsächlich, leider voller Klischees, klebriger Brei. Er strahlte verzückt, sie lächelte betreten. Drittes Beispiel: die Barfliege (engl. Barfly), der Sentimentale nachts am Tresen. Es tropft und tropft aus seinem Mund: Klage, Weinerlichkeit, Zorn – alles durcheinander. Er findet’s einen mächtigen Sermon wie von Moses, alle anderen in der Bar lächeln betreten.

Wir leiten darum ab: Man plage sich, um etwas zu beschreiben, am besten in aller Nüchternheit. Oder man schweige.