Seit zehn Jahren betreibt das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) unabhängige wissenschaftliche Forschung zu Demokratiefragen. Finanziert wird es unter anderem von der Uni Zürich. Der Aargau gibt jährlich 800'000 Franken. Folgt man einer am Dienstag im Grossen Rat traktandierten Interpellation, dürfte sich der klamme Kanton diese Ausgabe aber nicht mehr leisten.

Liegen die Interpellanten richtig? Sind 800'000 Franken zu viel dafür, dass im ZDA Demokratieforschung international und national sowie vermehrt auch kantonal und kommunal betrieben wird? Interessieren solche Erkenntnisse nicht? Bringt es nichts, wenn ausländische Interessenten sich in Aarau über unser System kundig machen, wenn Kanton und ZDA an Demokratiekonferenzen Nachbarregionen unser politisches System – das im Ausland und gerade in Brüssel bekanntlich zu wenig verstanden wird – erklären?

Doch, es bringt sogar sehr viel. Mit dem ZDA haben der Aargau und die weiteren Partner eine universitäre Marktlücke geschlossen. Für seine 800'000 Franken erhält der Kanton echten Mehrwert. Das ZDA macht bereits im Auftrag des Bundes die Abstimmungsanalysen, bald dürften solche auf aargauischer Ebene folgen. Ist es nicht eine enorme Hilfe, nach einem Volksnein dank unabhängiger Nachbefragung herauszufinden, was ausschlaggebend war? So kann man doch bessere Folgevorlagen ausarbeiten. Doch, das Geld ist gut angelegt. Gäbe es das ZDA nicht, man müsste es glatt erfinden.