Suchthaufen: Das macht der Streaming-Dienst «Netflix» aus uns. Hunderte Serien, tausende Filme, beachtlich viele davon richtig gut. So gut, dass die 45 S-Bahn-Minuten auf dem allabendlichen Nachhauseweg jeweils wie im Flug vergehen.

Ich setze mich also wie gewohnt ins leere Abteil (einer der Vorteile, wenn Aarau Arbeits- und Zürich Wohnort ist) und klicke auf das rote «N» auf schwarzem Grund. Doch statt der nächsten Folge meiner Lieblingsserie poppt die Warnung «Geräte-Limit» auf. Mein Konto werde derzeit von zu vielen Personen genutzt. Zwei Optionen: Abwarten oder Upgrade bezahlen.

Bezahlen kommt nicht infrage. Schliesslich herrscht das goldene Zeitalter der Gratis-Kultur. Abwarten geht nicht: Stichwort Suchthaufen. Daher: Rumtelefonieren. Wer hat meine Login-Daten, wer blockiert meinen Account?

Ich sehe nur, dass irgendjemand die erste Folge der Drogenmafia-Serie «Narcos» schaut. Wer kann das sein? Meine Schwester in Kanada, mit der ich mir die Netflix-Kosten teile? «Nein Samu, ich bins nicht.» Ihr Freund? «Hat Narcos schon lange fertig.» Meine Freundin: ist prinzipiell gegen Serien-Schauen.

Dann der Hinweis auf Whatsapp: Meine Mutter wars. Das Schwesterherz hat ihr die Logins gegeben, damit sie sich Netflix-schauend schneller vom gebrochenen Fuss erholen kann. Na dann, Mama: Viel Spass mit «Narcos»! Das Upgrade auf vier User pro Netflix-Konto kostet übrigens lächerliche 4 Franken pro Monat.