Nicola Zardella singt gut und gerne. Deshalb trat er vor bald 35 Jahre dem Coro Italiano Teufenthal bei.

Als die Firma Injecta in Teufenthal im Jahr 1971 ihr 50-jähriges Bestehen feierte, leisteten die vielen Italiener, die im Unternehmen beschäftigt waren, einen besonderen Beitrag zum Fest: Sie gründeten den Coro Italiano und begeisterten das Publikum mit italienischen Volksliedern.

Inzwischen gibt es die Injecta Teufenthal nicht mehr. Der Coro Italiano hingegen hat tapfer überlebt. Mit dabei als tragender Bariton und Vizedirigent: Nicola Zaccone.

 Im Kultur- und Kongresszentrum Aarau. Auf der Bühne der Coro Italiano. Rund 20 Sängerinnen und Sänger, dunkle Hosen, weisse Hemden und Blusen, rotes Halstuch. Dazu ein Akkordeonist, zwei Gitarristen. Vizedirigent Zaccone – er dirigiert heute den Gastauftritt im vollen Saal – legt den Taktstock aufs Dirigierpult und greift sich das Mikrofon.

Dann beginnt der 72-Jährige zu singen. «Lo straniero» singt er, dieses einzigartige, von Georges Moustaki geschaffene Lied über das Fremdsein als unabänderlichen Zustand. Zaccone singt, sein rauer Bariton füllt den Saal und berührt das Publikum. Moustakis Lied wird unvermittelt zu Zaccones Lied; es erzählt von einem jungen Immigranten, der als Fremder kam, ein guter Schweizer wurde und doch Italiener blieb.

Das ist schlicht und ergreifend.

joerg.meier@azmedien.ch