Veränderungen kommen manchmal ganz langsam. Unbemerkt schleichen sie sich in unser Leben. Wir reden vom Älterwerden. Nicht von den kleinen und (zum Glück noch nicht) grossen Gebresten des Alters. Sondern davon, wie das weitere Umfeld darauf reagiert, dass unsereins nun mal nicht mehr in der Blüte der Jugend steht.

Die Bank meines Vertrauens zum Beispiel hat mir zum 60. Geburtstag ein Geschenk gemacht: Sie wandelte alle meine Konten in Seniorenkonten um. Ungefragt. Das hat immerhin den Vorteil, dass es seither dafür ein My mehr Zinsen gibt. Ebenfalls bereits mit 60 hätte ich bei meinem bevorzugten Grossverteiler die Seniorenkarte beantragen können. Damit gibt es einmal im Monat an einem bestimmten Tag zehn Prozent Rabatt auf alles – auch auf Katzennahrung! Ausserdem gibt es in meiner Heimatstadt das Seniorenkino; ebenfalls einmal monatlich.

So wird man schleichend zur Seniorin. Die Bezeichnung ist gewöhnungsbedürftig. Doch es geht noch schlimmer: Beim Berufsverband, dem ich seit mehr als 30 Jahren angehöre, werde ich neuerdings als «Veteranin» geführt. Veteran – das klingt nach Sport oder nach Militär. Dabei gäbe es für uns ältere Menschen doch viel freundlichere Umschreibungen. Mit «Generation Ü60» liesse es sich gut leben. Noch besser gefällt mir die Bezeichnung «Silberfuchs». Obwohl meine Haare – der Kosmetikbranche sei’s gedankt – nicht silbrig sind.