Genug der Unterschriften! Am letzten Sonntag hätte auch Matthias Kyburz «sofort unterschrieben». Nämlich den Gewinn seines Medaillensatzes an den Orientierungslauf-Europameisterschaften im Tessin. Kyburz’ Ausbeute ist in der Tat sehr präsentabel: Gold im Sprint und über die Mitteldistanz, Silber mit der Staffel. Und eben in der Langdistanz. Genau da aber brauchte Kyburz Zähigkeit beim Lächeln. In der Langdistanz rennt er schon eine Weile hinter Gold her. Es klang drum durchzogen, als Kyburz sagte, er hätte im Vorfeld dieser Meisterschaften eine solche Ausbeute «sofort unterschrieben».

Eine Vielzahl von Sportlerinnen und Sportlern «unterschreiben» verdächtig viel
post festum, erklären sich vor Kameras grundzufrieden mit dem Lohn einer Leistung. Logisch ist die Sache dennoch nicht. Man muss ja nicht unterschreiben, was man ohnehin erhält. Im Vorfeld liebäugelt man wohl kaum mit einem mittelprächtigen Ausgang der Dinge, unterschreibt also lange nichts. Weil man insgeheim mehr erhofft. Und spielt dann die geheime Hoffnung runter mit dem scheinfrohen Trost, so was sofort unterschrieben zu haben.

Gegen Phrasen hilft immer das Gleiche: Ehrlichkeit. Das Bild mit der Unterschrift ist faul geworden. Man sage doch: Ich habe nicht alles gewonnen und bin enttäuscht.