Apropos

Lieber Bundesrat, darf ich kurz?

Antworten zu finden, das ist so eine Sache in den hundertseitigen Traktaten aus dem Bundesratszimmer.

Milliarden investiert der Bund in die Eisenbahn. Jede Region wünscht sich was und will Antworten, ob das wichtigste Projekt kommt oder nicht. Doch diese Antworten zu finden, das ist so eine Sache in den hundertseitigen Traktaten aus dem Bundesratszimmer.

Manchmal hilft auch die Suchfunktion nicht, denn die Abkürzungen, bei denen man landet, sind Kauderwelsch. Darum laufen die Telefone der Sprecher des Bundes heiss. Sie haben den gleichen Stresspegel, helfen zweisprachig und professionell weiter. Schliesslich soll das Volk umfassend informiert werden. Und das nicht nur in den Medien.

Ein Beispiel? Mittwoch, nicht mehr lange bis Redaktionsschluss. Ein wichtiger Verband teilt mit, dass ihm der Entscheid des Bundesrats nicht passt. Denn das wichtigste Projekt für die Region fehlt. Nur Minuten später der Anruf eines Verbandsvertreters:

– «Ich muss unsere Mitteilung zurückziehen. Das Projekt ist offenbar doch enthalten, auf Seite soundso.»
– «Meinen Sie dort, wo es ‹2. DS› heisst?»
– «Ja, genau.»
– «Das heisst laut Sprecherin des Bundes ‹zweite Dringlichkeitsstufe›, das Projekt kommt also nicht. Sie müssen Ihre Mitteilung nicht zurückziehen.»

Lieber Bundesrat, ein kleiner Hinweis, der Abkürzungen erklärt, wäre doch volksnah.

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