Zu dem Schluss bringt mich der Alltag.
Ich hegte seit längerem den Verdacht. Jetzt, da ständig mehr Leute davon erzählen, kann ich den Befund einigermassen fundiert als These mal formulieren: Das letzte Jahrzehnt war das Jahrzehnt des Triumphs des Smartphones oder Handys. Alle laufen vornübergebeugt durcheinander, das Gesicht unterwürfig gesenkt auf den Milchschein ihrer Geräte. Sieht zwar albern aus und verrät überdeutlich, dass alle Souveränität verloren ging, aber als somnambuler Zombie durch den öffentlichen Raum zu
irren, zählt natürlich auch zu den unabdingbaren Freiheiten des Einzelnen, würde damit nicht die Freiheit anderer tangiert ...

Konkret: Würden Wildfremde uns nicht dauernd anrempeln, entgegenwanken, auf uns prallen. Denn Hypnotisierte stolpern unter Handy-Trance nahezu blind durch die Gegend. Dabei büssen sie jeden Instinkt ein für den Raum des anderen, den sechsten Sinn für die unsichtbare Blase, in der sich jede Person bewegt. Nichtsdestotrotz wird von Sehenden erwartet, dass sie den Schwachköpfen ausweichen. Ich checke sie eisern wie ein Pflug zur Seite.