Die Firmenchefs in der Schweiz befinden sich in einer ähnlichen Situation wie wir alle, wenn
es um Donald Trump geht: Sie verfolgen das Schauspiel, das der neue US-Präsident täglich veranstaltet, und können es manchmal kaum glauben. Doch sie geben sich kleinsilbig, wenn sie dazu öffentlich Stellung nehmen sollen. Verständlich: Im Vergleich zu den deutschen Autobauern wurden Schweizer Konzerne nicht direkt angegriffen; von neuen Strafzöllen werden sie noch kaum in ihrem Wachstum behindert; und von den neuen Einreisebestimmungen für die sieben Staaten sind sie kaum betroffen.

Was soll man also dazu sagen, wenn Schweizer Konzerne pragmatisch bleiben und hoffen, dass es dann doch noch gut kommt? Sollen sie lieber offen protestieren? Kaum. Kühlen Kopf bewahren ist sicher kein schlechtes Rezept. Man kann davon ausgehen, dass die massiven Ankündigungen Trumps nicht eins zu eins umgesetzt werden. Man kann darauf vertrauen, dass die amerikanischen Institutionen stark sind, der Justizapparat funktioniert. Die USA sind ein Rechtsstaat mit jahrhundertealter Tradition.

Zu loben ist es jedoch, wenn Roche und Novartis sich nun vor ihre Mitarbeiter stellen. Es geht ihnen darum, ein klares Zeichen zu setzen. Eine Firmenkultur, in der die verschiedenen Hintergründe und Neigungen der Mitarbeiter Platz haben, ist ein Gut, das man um jeden Preis verteidigen möchte. Nur in einer solchen Umgebung wird Innovation erst möglich. Auch das kann als Signal in Richtung Trump gewertet werden.