Noch sind die Dimensionen des gestrigen Tages für die Fussball-Schweiz nicht abschliessend abzuschätzen. Nationaltrainer Vladimir Petkovic sortiert nach dem enttäuschenden WM-Achtelfinal-Out Leader Valon Behrami (33) aus. Womöglich auch Captain Lichtsteiner, Dzemaili, Djourou und Fernandes, die alle ebenfalls über 30 Jahre alt sind. Das sieht nach Neustart aus. Nach einer Auffrischung, die dem Team tatsächlich gut tun kann. Wären nur nicht die diffusen Umstände.

Zunächst einmal schwelt rund um das Nationalteam ein offener Konflikt. Ausgelöst von den Diskussionen um den Doppeladler, die doch nicht so spurlos an Team und Verband vorbeigegangen sind, wie alle glaubhaft machen wollten. Und vor allem von Generalsekretär Alex Miescher, der mit seinen kritischen Aussagen über Doppelbürger viele Nationalspieler brüskiert hat.

Der Schweizerische Fussballverband rudert nach den getätigten Aussagen von Generalsekretär Alex Miescher (im Hintergrund) zurück

Der Schweizerische Fussballverband rudert nach den getätigten Aussagen von Generalsekretär Alex Miescher (im Hintergrund) zurück

Dass Miescher während der WM überdies mit Behrami aneinander geraten ist, hilft auch nicht. Es ist verständlich, dass Behrami, der immer ein sehr gutes Verhältnis mit Trainer Petkovic hatte, nun bei seinem Ausschluss einen politischen Entscheid wittert. Der Fussballverband hat sich im Namen von Präsident Peter Gilliéron zwar für Mieschers Aussagen entschuldigt. Und geglaubt, es wachse Gras über die Sache. Das Gegenteil ist der Fall.

Einen miserablen Eindruck hinterlässt auch Nationaltrainer Petkovic. Dass er, der ebenfalls nicht nur den Schweizer Pass besitzt, zwischen die Fronten geraten ist, dafür trägt er keine Schuld. Aber die Art und Weise, wie er kommuniziert, ist eines Nationaltrainers unwürdig. Seit dem WM-Out versteckt er sich, anstatt Erklärungen zu liefern. Auch darum bleiben die dunklen Wolken über der Nati.