Vorstösse und Initiativen aus dem links-grünen Lager haben im Aargau einen schweren Stand. Das hat sich zuletzt bei der Millionärssteuer gezeigt, das Begehren der Juso wurde vor zwei Monaten mit einem Nein-Anteil von fast 75 Prozent klar abgelehnt. Und auch bei der Energiestrategie 2050 konnten sich die Grünen im AKW-Kanton nur halbherzig freuen: Gesamtschweizerisch wurde das Gesetz zur Umsetzung angenommen, der Aargau sagte hingegen Nein.

Vor diesem Hintergrund stehen die Chancen der Grünen eher schlecht, im Aargau eine Klimaschutz-Initiative durchzubringen. Dies ist aber nur auf den ersten Blick so, denn die Partei stellt mit ihrem Volksbegehren keine ideologischen Forderungen auf und will auch keine Verbote einführen. Die Grünen setzen bei einem Punkt an, wo sich Treibhausgase effizient reduzieren lassen, ohne dass jemand auf Komfort verzichten muss: Bei der Sanierung von älteren Häusern. Mit gut isolierten Gebäuden lässt sich Heizöl oder Gas sparen. Das schont das Portemonnaie der Eigentümer und senkt den CO2-Ausstoss.

Belastet würde aber der Kantonshaushalt, denn das Ziel ist ambitioniert. Jährlich sollen drei Prozent der Gebäude saniert werden, die im Jahr 2000 oder früher gebaut wurden. Heute wird dieser Prozentsatz klar verfehlt, es wären also deutlich mehr Fördergelder nötig. Dafür muss es den Grünen aber gelingen, weitere Partner ins Boot zu holen. Von einer staatlich geförderten Sanierungs-Offensive bei Gebäuden würden auch Baumeister und Haustechniker profitieren. Wenn diese bürgerlichen Kräfte das Anliegen unterstützen, wäre es keine rein grüne Initiative mehr, die Chancen würden damit steigen.