Die Ökokritik am Reiseboom wird immer lauter. Dass die Luftfahrt, die bisher keine Klimamassnahme kennt, endlich ebenfalls in die Pflicht genommen werden muss, ist darum inzwischen unbestritten. Das gilt insbesondere in der Schweiz, wo die Luftfahrt fast einen Fünftel aller CO2-Emissionen verursacht. Im Parlament wird nun erneut die Forderung nach einer Umweltabgabe auf Flugtickets zum Thema, welche die Lust auf Flugreisen schmälern soll.

Die Lösung klingt zwar verlockend, dennoch wäre eine solche Abgabe der falsche Weg. In einer grenzübergreifenden Branche wie der Luftfahrt würde sie primär zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Allen voran würde es den Flughafen Zürich treffen, der als internationales Drehkreuz auf gute Bedingungen angewiesen ist. Die Erfahrung, dass Passagiere wegen höherer Ticketpreise auf ausländische Flughäfen ausweichen, hat etwa in Dänemark oder den Niederlanden bereits zu einem Rückzug der Massnahme geführt.

Deshalb will der Bund auf einen Emissionshandel setzen, in dem auch die Schweizer Luftfahrt eingeschlossen wäre. Das ist zwar gut und recht, dennoch macht es sich der Bund damit zu einfach. Die Zertifikatpreise sind viel zu tief, als dass das System einen wirklichen Anreiz zur CO2-Reduktion setzen würde. Der Bund sollte sich daher international für eine Kerosinsteuer einsetzen, die weltweit ohnehin schon längst zur Debatte steht. Aus heutiger Sicht ist es unverständlich, dass es eine Treibstoffsteuer für Fahrzeuge gibt, nicht aber eine für Flugzeuge – oder Schiffe.

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