Regierungsrätin Franziska Roth ist bei der Suche nach einem Standort für die erste Asylgrossunterkunft keinen Schritt weiter. Sie steht dort, wo sie vor drei Monaten begonnen hat. Mit dem Unterschied, dass die potenziellen Standorte von damals inzwischen keine Option mehr sind. Die betroffenen Gemeinden haben sich von Anfang an gegen die Pläne des Kantons gewehrt. Das war zu erwarten und wird sich wiederholen, wenn die Regierung die nächsten potenziellen Standorte bekannt gibt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass keine Gemeinde eine Grossunterkunft will.

Es ist aber nicht eine Frage des Wollens. Das Kantonsparlament hat die Regierung beauftragt, eine Grossunterkunft zu realisieren. Dass es durchaus möglich ist, im Aargau 150 bis 300 Asylsuchende an einem Ort unterzubringen, zeigt das Beispiel von Frick. Die bestehende Unterkunft im ehemaligen A3-Werkhof bietet Platz für über 100 Leute, der Betrieb lief bisher problemlos. Die Erfahrung zeigt, dass anfängliche Befürchtungen verfliegen, sobald die ersten Menschen eingezogen sind.

Seitens Regierung ist Beharrlichkeit gefragt. Es gilt, den lokalen Widerstand auszuhalten. Die Gemeinden sollten sich in Erinnerung rufen, dass keine Unterkunft keine Option ist. Die aktuelle Situation mit tiefen Asylzahlen bietet die Chance, einen optimalen Standort zu finden. Regierung und Gemeinden sollten die Zeit nutzen. So wäre man vorbereitet, wenn die Flüchtlingszahlen steigen sollten. Sonst sind unbefriedigende Hauruck-Aktionen programmiert. Und die will niemand.

noemi.landolt@chmedia.ch