Die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ist eine der grössten Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer. Mit gutem Grund. Denn allen Bremsversuchen der Politik zum Trotz steigen die Prämien Jahr für Jahr.

Im Aargau sind sie zwar noch tiefer als anderswo, doch sie steigen überdurchschnittlich. Natürlich werden auch die medizinischen Möglichkeiten ständig besser. Doch immer mehr Privathaushalte stossen ob der Kostensteigerung an ihre Grenzen. Dasselbe gilt für den Staat.

Deshalb herrscht Einigkeit: Das Kostenwachstum muss gebremst werden, damit Gesundheit bezahlbar bleibt. Bloss wie? Die Bereitschaft der Versicherten, auf Leistungen zu verzichten, ist äusserst gering. Zu gross ist die Angst vor einer Zwei-Klassen-Medizin. Grosse Zustimmung geniesst dafür der Slogan des Kantons «ambulant vor stationär». Das reicht aber nicht.

Das Gesundheitsdepartement von Franziska Roth arbeitet derzeit unter Hochdruck an einem neuen Spitalgesetz. Die Regierung erhofft sich ein Sparpotenzial von mindestens 20 Millionen Franken. Handelskammer und Gewerbeverband machen jetzt schon Vorschläge, wie man bis 55 Millionen Franken sparen kann. Jene nach einer Privatisierung der Spitäler polarisiert am meisten. Es wäre aber schade, wenn darob bloss eine ideologische Debatte entbrennen würde.

Die Situation bei der Kostenentwicklung ist nämlich inzwischen so ernst, dass es keine Tabus mehr geben darf. Jeder Vorschlag zur Kostensenkung, der die hohe Qualität des Gesundheitswesens nicht angreift, muss ernsthaft geprüft und diskutiert werden.

mathias.kueng@azmedien.ch